Ein OP-Saal im Lakandonischen Urwald

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Solidaritätskampagne für das autonome zapatistische Gesundheitssystem

ZWEITE PHASE

Eine Konstruktion mitten in den Bergen. Eine Berufung zur Gesundheit. Eine
Maurertechnik. Tausende Hände und Willenskräfte, darunter auch
einige von jenseits der Meere. Unterschiedliche Farben, Größen,
Sprachen, Kulturen und Formen, und ein gemeinschaftliches
Dach. Ein gemeinschaftliches Dach.
(EZLN, November 2025)

Worin besteht die zweite Phase der Kampagne “Ein OP-Saal im lakandonischen Urwald”?

Im August 2024 erfuhren wir von der Idee der Zapatistas, einen weiteren Schritt zum Aufbau ihrer
autonomen Gesundheitsversorgung zu machen: sie hatten mit dem Bau eines großen OP-Saals begonnen,
eigentlich eines Krankenhauses, das dazu beitragen sollte, die Gesundheit und damit das Leben der
Bewohner*innen eines großen Teils des lakandonischen Urwaldes erheblich zu verbessern.
Das Netzwerk EuropaZapatista, das Organisationen, Kollektive und Gruppen aus dieser Geografie namens Europa zusammenbringt und die bei dem Besuch unserer Genossinnen und Genossen im Jahr 2021 den Namen Slumil K’ajxemk’op erhielt, hat beschlossen, einen kleinen Beitrag zu diesem großartigen Projekt zu leisten, und eine Kampagne zur Information und finanziellen Unterstützung des Projektes gestartet.

Zwischen November 2024 und April 2025 haben wir in unseren Geografien Veranstaltungen, Filmvorführungen, Soli-Verkäufe und ein Crowdfunding durchgeführt, an denen Hunderte von
Menschen teilgenommen haben. Im vergangenen August, während des Treffens „Algunas partes del todo” (Einige Teile des Ganzen) über Widerstand und Rebellion, überreichten wir unseren zapatistischen Genossinnen und Genossen mehr als 130.000 Euro, eine kleine Unterstützung für eine
große Aufgabe. Jetzt wollen wir diese zweite Phase beginnen, denn für den Bau des OP-Saals fehlt noch einiges.

Bauen ist wie Kämpfen, du tust es, weil du es eines Tages brauchen wirst. Du oder die Deinen, was nicht heißt, dass sie dein Eigentum sind, sondern deine Familie, deine Nächsten, die Compas eben. (EZLN: Ein gemeinschaftliches Dach, November 2025)

Die Fortschritte beim Bau des OP-Saals

Ja, es fehlen noch viele Dinge, aber das Dach ist jetzt da und ein Dach ist wichtig für das Leben.
Deshalb haben die Götter den Himmel geschaffen, damit die Welt ihr Dach hat.
Ein gemeinschaftliches Dach.
(EZLN, November 2025)

Der Bau des OP-Saals, eigentlich eines großen Krankenhauses, ist nicht nur im Gange, sondern macht auch bemerkenswerte Fortschritte. Ein großes Projekt, an dem Maurermeister und Hunderte von Unterstützer*innen
gemeinsam arbeiten, um diesen Traum zu verwirklichen, so wie sie es schon lange können: gemeinschaftlich.
Gemeinsam mit ihnen arbeiten auch Brüder und Schwestern verschiedener Parteien und Religionen, „denn
Krankheit macht keine Unterschiede“. Das Krankenhaus befindet sich an einem strategisch günstigen und gut
erreichbaren Ort und ist so konzipiert, dass es neben dem OP-Saal mit dem dazugehörigen Sterilisationsraum und
dem Krankenhausbereich auch eine Notaufnahme, eine gynäkologische Praxis, eine Zahnarztpraxis, einen
Ultraschallraum, ein klinisches Labor sowie einen Bereich für die Anwendung von traditionellen Heilpflanzen umfasst, die aus dem „Grünen Bereich“ stammen, einem Garten, der auch der Erholung dient.
Das Dach ist schon fertig. Der Rohbau ist fertiggestellt, aber es fehlen noch Elektroinstallationen, Innenausbau und
die Ausstattung.

Warum unterstützen wir den Bau eines OP-Saals?

Wir unterstützen damit ein Projekt des autonomen Gesundheitssystems, das seit mehr als 32 Jahren von den rebellischen zapatistischen Gemeinden Schritt für Schritt aufgebaut wird. Dank der Arbeit der Gesundheitspromotor*innen gehören beispielsweise die Kinder- und Müttersterblichkeit bei der Geburt
der Vergangenheit an. Dank ihrer Arbeit und der Unterstützung, die sie von den Gemeinden erhalten, sind Krankheiten, die vor 1994 tödlich waren, heute heilbar.
In all diesen Jahren wurde ein Gesundheitssystem aufgebaut, das ohne Diskriminierung funktioniert und auf die Bedürfnisse der indigenen Gemeinden ausgerichtet ist, mit besonderem Augenmerk auf
Prävention. Es umfasst Apotheken und Krankenstationen in den kleinsten und abgelegensten Gemeinden sowie größere Kliniken auf regionaler Ebene, die über Labors für klinische Analysen,
Augenheilkunde, Zahnmedizin und Gynäkologie verfügen.
Der Bau dieses neuen Krankenhauses ist nur ein weiterer Schritt in Richtung Selbstorganisation im Gesundheitswesen. Und ja, es gibt noch viel zu tun.

Wie könnt ihr euch an der Kampagne “Ein OP-Saal im Lakandonischen Urwald” beteiligen?

– Organisiert öffentliche Veranstaltungen und stellt die Kampagne vor.
– Informiert Personen und kollektive Zusammenhänge, die sich vielleicht auch beteiligen möchten.
– Verbreitet die Veranstaltungen und Aktivitäten des EuropaZapatista-Netzwerks.
– Beteiligt euch mit einer Soli-Spende für die Crowdfunding-Kampagne bei

https://whydonate.com/de/fundraising/un-quirofano-en-la-selva-lacandona

oder tretet direkt mit EuropaZapatista in Kontakt: eurozapweb@riseup.net (Sprache: Spanisch oder Englisch)

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