Linke Kollektive empfangen Zapatistas in Münster

Linke Initiativen und Kollektive begrüßen die Zapatistas in Münster
(Foto: Edition Assemblage)

„BIENVENIDAS ZAPATISTAS“ – „WILLKOMMEN ZAPATISTAS“

24.9.2021, MÜNSTER

FEIERLICHE ANKUNFT UND BEGRÜßUNG DER DELEGATION DER ZAPATISTAS DURCH LOKALE INITIATIVEN AM MÜNSTERANER HAUPTBAHNHOF.

Am gestrigen Donnerstagnachmittag begrüßten vierzig Münsteraner*innen mit Rufen und Transparenten elf Personen der zapatistischen Delegation feierlich am Gleis 12 des Münsterschen Hauptbahnhofs.
Eine Woche sind die Aktivist*innen aus dem Süden Mexikos in Münster zu Besuch, um sich mit lokalen linken Gruppen zu Themen wie beispielsweise Internationalismus, Antirassismus, Feminismus und Klimagerechtigkeit auszutauschen. Damit wird Münster einer von vielen Begegnungsorten auf der „Reise für das Leben“ sein, die die Zapatistas bereits vor Monaten angetreten haben.

FREITAG IST KLIMASTREIK

Dass die Ankunft einen Tag vor dem globalen Klimastreik am 24. September 2021 stattfindet, ist sowohl zufällig als auch passend. Die Kämpfe für gesunde und nachhaltige Lebensräume und gegen Ausbeutung von Menschen und Natur können nur global vernetzt geführt werden.
Der Besuch der Zapatistas ist somit Einladung zum Austausch und gemeinsamem Spinnen ökologischer, solidarischer und zukünftiger Netzwerke und alternativer Lebensformen. Ein Auftakt zu einem Aufbruch in eine Welt, in der viele Welten Platz haben.

WER SIND DIE ZAPATISTAS?

Indigene Rebell*innen in Chiapas im Süden von Mexiko fingen 1983 an, sich im Stillen zu organisieren, um 1994 einen Aufstand gegen Neoliberalismus, Kapitalismus und Rassismus zu wagen. Seitdem organisieren sie sich nach eigenen Regeln, unabhängig vom Staat.
Seit 500 Jahren widerstehen sie dem Kolonialismus, seit 27 Jahren einem „Krieg niederer Intensität“, der gegen sie geführt wird – auf militärischer, psychologischer, wirtschaftlicher, administrativer und medialer Ebene. In ihren autonomen Strukturen organisieren sie alle
Lebensbereiche nach basisdemokratischen Prinzipien selbst – und die Kämpfe der Frauen* spielen darin eine zentrale Rolle.
2001 mobilisierten sie mit einer Delegationsreise durch Mexiko Millionen von Menschen. In den letzten Jahren haben sie zu internationalen Frauentreffen geladen und in der „kleinen zapatistischen Schule“ ihre Erfahrungen aus der Selbstverwaltung an tausende Menschen aus der ganzen Welt weitergegeben.
Ihre Bewegung ist weiter gewachsen, sie haben ihre Autonomie ausgebaut, Samen der Rebellion in ganz Mexiko gesät und sich über den Nationalen Indigenenkongress (CNI) mit allen widerständigen Pueblos Originarios Mexikos eng vernetzt.

DIE REISE FÜR DAS LEBEN

2021 verlassen sie nun das erste Mal das Land Mexiko und beginnen eine Reise auf allen fünf Kontinenten. Dies ist ein historischer Moment – der gewaltsame Angriff auf das heute so genannte Lateinamerika (span.: Conquista) wird von den Zapatistas friedlich und solidarisch-ökologisch konterkariert.

„La Extemporánea“ – Ankunft der „Unzeitgemäßen“ in Münster
(Foto: Gruppe B.A.S.T.A.)
„Bienvenidas Zapatistas!“ – „Willkommen Zapatistas!“
(Foto: Gruppe B.A.S.T.A.)
Zahlreiche Treffen zu Themen wie Landwirtschaft und Autonomie, Feminismus und Antipatriarchaler Kampf, Umweltschutz und Klimagerechtigkeit, Antirassismus und Antifaschismus sowie eine kritische Betrachtung der europäischen Geschichte werden bis zum 29. September stattfinden.
(Foto: Gruppe B.A.S.T.A.)

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